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Prof. Dr. Emil Kautzsch

Textbibel

Psalm 139.

Von Gottes Allwissenheit und Allgegenwart.

1 Dem Musikmeister.   Von David.   Ein Psalm.
Jahwe, du erforschest und kennst mich.
2 Du weißt mein Sitzen und mein Aufstehen;
du verstehst meine Gedanken von ferne.
3 Mein Gehen und mein Liegen prüfst du
und bist vertraut mit allen meinen Wegen.
4 Denn es ist kein Wort auf meiner Zunge,
das du, Jahwe, nicht schon durchaus kennst.
5 Hinten und vorn hast du mich umschlossen
und legtest auf mich deine Hand.
6 Die Erkenntnis ist mir zu wunderbar,
zu hoch - ich werde ihrer nicht mächtig!

7 Wohin soll ich gehen vor deinem Geist
und wohin fliehen vor deinem Angesicht?
8 Stiege ich zum Himmel empor, so bist du dort,
und machte ich die Unterwelt zu meinem Lager, du bist da!
9 Nähme ich Flügel der Morgenröte,
ließe mich nieder am äußersten Ende des Meers,
10 auch da würde deine Hand mich führen,
deine Rechte mich erfassen.
11 Spräche ich: "Eitel Finsternis möge mich bedecken,
und zu Nacht werde das Licht um mich her":
12 so würde auch die Finsternis für dich nicht finster sein
und die Nacht leuchten wie der Tag:
die Finsternis ist wie das Licht.

13 Denn du hast mein Innerstes geschaffen,
wobst mich im Mutterleibe.
14 Ich preise dich dafür, daß ich erstaunenswürdig ausgezeichnet bin:
wunderbar sind deine Werke,
und meine Seele erkennt das wohl.
15 Mein Gebein war dir nicht verhohlen,
als ich im Verborgenen gemacht,
in Erdentiefen gewirkt ward.
16 Deine Augen sahen mich, als ich noch ein ungestaltetes Klümpchen war;
Tage wurden gebildet und insgesamt in dein Buch geschrieben,
als noch keiner von ihnen da war.
17 Aber wie schwer sind mir, o Gott, deine Gedanken,
wie gewaltig ihre Summen!
18 Wollte ich sie zählen, so würden ihrer mehr sein, als der Sandkörner;
erwache ich, so bin ich noch bei dir.

19 Ach, daß du doch die Gottlosen töten wolltest, Gott,
und die Blutgierigen von mir weichen müßten,
20 die sich arglistig wider dich empören,
die deinen Namen freventlich aussprechen.
21 Sollte ich nicht hassen, Jahwe, die dich hassen,
und nicht Ekel empfinden an denen, die sich wider dich auflehnen?
22 Mit vollendetem Hasse hasse ich sie,
als Feinde gelten sie mir.
23 Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz;
prüfe mich und erkenne meine Gedanken!
24 Und siehe, ob ein Weg, der zu Schmerzen führt, bei mir zu finden sei,
und leite mich auf ewigem Wege!